Anwendungsbereich
VDA 278 beschreibt ein Verfahren zur Bestimmung organischer Emissionen aus nichtmetallischen Werkstoffen im Fahrzeuginnenraum. Mittels Thermodesorption und anschließender Gaschromatographie-Massenspektrometrie (TD-GC/MS) werden zwei Kennwerte ermittelt: der VOC-Wert (flüchtige organische Verbindungen bis n-C25) und der FOG-Wert (kondensierbare Substanzen im Bereich n-C14 bis n-C32). Die Norm gilt für Formteile, Textilien, Teppiche, Leder, Schaumstoffe, Kunststoffbauteile, Folien, Klebstoffe, Dichtmassen, Lacke sowie Materialverbunde.
Prüfumfang
Prüfverfahren nach VDA 278 Die Prüfung erfolgt in einem zweistufigen Thermodesorptionsverfahren. Eine kleine Materialprobe (ca. 15 mg) wird direkt in ein leeres Glasdesorptionsrohr eingebracht. Im ersten Schritt wird die Probe bei 90 °C für 30 Minuten desorbiert, um den VOC-Wert zu bestimmen. Im zweiten Schritt erfolgt die Desorption bei 120 °C für 30 Minuten zur Ermittlung des FOG-Werts. Die freigesetzten Substanzen werden mittels Gaschromatographie auf einer unpolaren Kapillarsäule (z. B. 50 m × 0,32 mm, 0,5 µm Filmdicke) getrennt und massenspektrometrisch identifiziert. Das GC-Temperaturprogramm beginnt bei 50 °C (2 min Haltezeit), gefolgt von einer Aufheizrate von 25 °C/min auf 160 °C und anschließend 10 °C/min auf 280 °C Endtemperatur (30 min Haltezeit). Die Quantifizierung erfolgt semi-quantitativ als Toluol-Äquivalente in µg/g Probe. Besonders wichtig ist die exakte Temperaturkalibrierung: Bereits eine Abweichung von ±2 °C bei der Desorptionstemperatur kann zu Emissionsabweichungen von bis zu ±20 % führen. Daher schreibt die Norm eine Kalibriertoleranz von ±1,0 °C vor. Prüfparameter VOC-Desorption: 90 °C, 30 Minuten – Erfassung flüchtiger Verbindungen bis n-C25 FOG-Desorption: 120 °C, 30 Minuten – Erfassung kondensierbarer Substanzen (n-C14 bis n-C32) Probenmasse: ca. 15 mg (Direktdesorption im Glasrohr) Analytik: GC/MS mit unpolarer Kapillarsäule GC-Temperaturprogramm: 50 °C (2 min) → 25 °C/min → 160 °C → 10 °C/min → 280 °C (30 min) Quantifizierung: Semi-quantitativ als Toluol-Äquivalente (µg/g) Temperaturtoleranz: ±1,0 °C bei Desorptionstemperatur Konditionierung: 7 Tage bei Standardklima vor Prüfung
Typische Prüfmaterialien
Textilien und Teppiche (Fahrzeuginnenraum) PU-Schaumstoffe (Sitz- und Armaturenpolster) Leder und Kunstleder Kunststoff-Formteile (Armaturenbretter, Türverkleidungen) Klebstoffe und Dichtmassen Folien und Beschichtungen Lacke und Oberflächenbehandlungen Materialverbunde und Composite-Bauteile
Geprüfte Fachkompetenz
- Akkreditiertes Prüflabor nach DIN EN ISO/IEC 17025
- Schnelle Durchlaufzeiten und persönliche Beratung