Anwendungsbereich
Die BMW-Werksnorm AA-0565 (PV 50565) regelt die Bestimmung der Vicat-Erweichungstemperatur (VST) an thermoplastischen Kunststoffen in Anlehnung an DIN EN ISO 306. Mit diesem Verfahren wird die Wärmeformbeständigkeit von Thermoplasten quantifiziert, indem die Temperatur ermittelt wird, bei der eine normierte Prüfnadel unter definierter Belastung um 1 mm in die Probenoberfläche eindringt. Die Prüfung dient als zentraler Werkstoffkennwert für die thermische Belastbarkeit von Kunststoffbauteilen im Fahrzeuginnenraum und Motorraum. Die Ergebnisse fließen in die Werkstofffreigabe und Bauteilqualifikation bei BMW ein und sind maßgeblich für die Auswahl geeigneter Thermoplaste in wärmebelasteten Einbaubereichen.
Prüfumfang
Die Prüfung erfolgt mit einer flachen Prüfnadel mit einem Querschnitt von 1 mm², die senkrecht auf die Probenoberfläche aufgesetzt wird. Je nach Prüfmethode wird eine Belastung von 10 N (Methode A50 bzw. A120) oder 50 N (Methode B50 bzw. B120) aufgebracht. Die Probe wird in einem Silikonölbad oder einem Heizblock mit einer konstanten Aufheizrate von 50 °C/h oder 120 °C/h erwärmt. Als Vicat-Erweichungstemperatur gilt die Temperatur, bei der die Nadel exakt 1 mm tief in den Probekörper eingedrungen ist. Die Probekörper müssen eine Mindestdicke von 3 mm aufweisen und vor der Prüfung gemäß den Vorgaben der Norm konditioniert werden.
Typische Prüfmaterialien
Polypropylen (PP), Polyethylen (PE-HD, PE-LD), Polyamid (PA6, PA66), ABS, Polycarbonat (PC), Polyoxymethylen (POM), Polystyrol (PS), SAN, PC/ABS-Blends, Spritzgussteile, Halbzeuge, Extrusionsprofile, thermoplastische Compounds
Geprüfte Fachkompetenz
- Akkreditiertes Prüflabor nach DIN EN ISO/IEC 17025
- Schnelle Durchlaufzeiten und persönliche Beratung