Anwendungsbereich
Die BMW-Werksnorm AA-0457 (PV 50457) regelt den Pfeilfallversuch bzw. Durchstoßversuch an Kunststoffformteilen zur Bestimmung der Schlagzähigkeit und Bruchenergie. Das Prüfverfahren simuliert stoßartige Belastungen durch den freien Fall eines Dorngewichts auf das Bauteil und bewertet dessen Widerstandsfähigkeit gegen Durchstoß und Bruch. Die Norm ist besonders relevant für sicherheitsrelevante Exterieur-Bauteile, die im Fahrbetrieb Steinschlag, Aufprall oder anderen Impactbelastungen ausgesetzt sind. Die Ergebnisse dienen der Werkstoffauswahl und Bauteilfreigabe im Rahmen der BMW-Qualitätssicherung und sind entscheidend für die Crashsicherheit und Langlebigkeit der Kunststoffkomponenten.
Prüfumfang
Die Prüfung wird mit einem Fallwerk durchgeführt, bei dem ein halbkugelförmiger Dorn mit einem Durchmesser von 20 mm aus definierter Höhe auf das eingespannte Bauteil fällt. Fallhöhe und Fallgewicht werden je nach Bauteilanforderung variiert, um die gewünschte Aufprallenergie zu erzielen. Die Prüfung erfolgt sowohl bei Raumtemperatur (23 °C) als auch bei Tieftemperatur (-30 °C), um das Sprödbruchverhalten bei Kälte zu bewerten. Die Auswertung umfasst die Bestimmung der Bruchenergie, die Beurteilung des Bruchbildes (duktil oder spröde) sowie die Dokumentation eventueller Rissbildung oder Durchstoßung. Mindestens fünf Proben werden je Prüfbedingung getestet, um statistisch abgesicherte Ergebnisse zu erhalten.
Typische Prüfmaterialien
Stoßfänger (PP-EPDM, PP-TD), Kotflügel, Radlaufverkleidungen, Seitenschwellerverkleidungen, Türverkleidungen, Instrumententafeln, Kunststoffanbauteile, Unterbodenverkleidungen, Radhausschalen, Motorabdeckungen, lackierte und unlackierte Kunststoffformteile
Geprüfte Fachkompetenz
- Akkreditiertes Prüflabor nach DIN EN ISO/IEC 17025
- Schnelle Durchlaufzeiten und persönliche Beratung