ISO 11358 – Thermogravimetrie

Lassen Sie Ihre Materialien normkonform prüfen

Anwendungsbereich

Die ISO 11358 definiert die thermogravimetrische Analyse (TGA) von Kunststoffen und Verbundwerkstoffen. Bei der TGA wird die Masseänderung einer Probe als Funktion der Temperatur oder Zeit unter kontrollierter Atmosphäre gemessen. Das Verfahren dient zur Bestimmung des Füllstoffgehalts, der thermischen Stabilität, von Zersetzungstemperaturen und Massenverluststufen.

Prüfumfang

Die Probe (typisch 10–20 mg) wird in einem Tiegel in der Thermowaage platziert und unter definierter Atmosphäre (Stickstoff für Pyrolyse, Luft/Sauerstoff für Verbrennung) mit konstanter Heizrate (üblicherweise 10–20 °C/min) erwärmt. Die Masseänderung wird kontinuierlich aufgezeichnet.Typische Kennwerte:• Onset-Temperatur der Zersetzung• Massenverluststufen (polymere Matrix, Ruß, Füllstoff)• Restmasse (anorganischer Füllstoffgehalt)• DTG-Kurve (Ableitung der Massenkurve)

Typische Prüfmaterialien

• Thermoplaste (PP, PE, PA, PBT, PC)• Duroplaste und Verbundwerkstoffe• Elastomere und Kautschuke• Faserverstärkte Kunststoffe (GF, CF)• Beschichtungen und Lacke• Klebstoffe und Dichtstoffe

Geprüfte Fachkompetenz

  • Akkreditiertes Prüflabor nach DIN EN ISO/IEC 17025
  • Schnelle Durchlaufzeiten und persönliche Beratung

Häufig gestellte Fragen

Was kann man mit der TGA-Analyse bestimmen?

Die TGA bestimmt den Füllstoffgehalt (Glasfaser, Kreide, Ruß), die thermische Stabilität, Zersetzungstemperaturen und den Feuchtegehalt von Kunststoffen. Durch Kombination von Stickstoff- und Luftatmosphäre lassen sich polymere Matrix, Ruß und anorganischer Füllstoff separat quantifizieren.

Welche Probenmenge wird für die TGA benötigt?

Typisch werden 10 bis 20 mg Probenmaterial benötigt. Die Probe wird als Granulat, Folienstück oder kleines Bauteilfragment in einen Tiegel eingewogen. Mindestens 2 Einzelmessungen werden empfohlen.

Wie unterscheidet sich TGA von DSC?

Die TGA misst Masseänderungen bei steigender Temperatur (Füllstoffe, Zersetzung), die DSC misst Wärmeströme (Schmelzpunkt, Glasübergang, Kristallisation). Beide Methoden ergänzen sich und werden häufig parallel eingesetzt.

Ihr Ansprechpartner

Rainer Ziel

Rainer Ziel

Werkstoffprüfer